Kündigungsschutzklage Kosten

Kosten einer Kündigungsschutzklage (mit & ohne Anwalt)

Eine Kündigung kann erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen. Mit diesem Ratgeber zu den Kosten einer Kündigungsschutzklage mit und ohne Anwalt möchten wir Sie über die zu erwartenden Prozesskosten informieren. Unsere Hamburger Fachanwälte für Arbeitsrecht erklären dafür, wie sich die Kosten einer Kündigungsschutzklage zusammensetzen und welche finanziellen Hilfsmittel und Strategien zur Kostenreduzierung zur Verfügung stehen.
Portrait von Christian Wieneke-Spohler, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt
Christian Wieneke-Spohler
Portraitfoto von Kai Höppner, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hamburg
Fachanwalt
Kai Höppner
Portraitfoto der Hamburger Fachanwältin für Arbeitsrecht Merle Lerdon
Fachanwältin
Merle Lerdon

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • In der ersten Instanz tragen Sie Ihre Anwaltskosten selbst, auch wenn Sie gewinnen (§ 12a ArbGG); die Gerichtskosten zahlt die unterliegende Partei, bei einem gerichtlichen Vergleich entfallen sie.
  • Zweite und dritte Instanz: Die unterliegende Partei trägt in der Regel alle Kosten, auch die Anwaltskosten der Gegenseite.
  • Der Streitwert beträgt in der Regel drei Bruttomonatsgehälter, höchstens das Entgelt eines Vierteljahres (§ 42 Abs. 2 GKG).
  • Am Streitwert orientieren sich die Gerichts- und Anwaltskosten.
  • Prozesskosten können durch Prozesskostenhilfe oder eine Rechtsschutzversicherung reduziert werden.

Martens & Wieneke-Spohler Rechtsanwälte

Schnell erreichbar

Keine versteckten Kosten

Ausgezeichnete Beratung

Prozesskosten

Die Kosten einer Kündigungsschutzklage ergeben sich aus den Gerichts- und Anwaltskosten. Diese Gesamtkosten werden Prozesskosten genannt.

Im arbeitsgerichtlichen Verfahren der ersten Instanz trägt jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens (§ 12a ArbGG). Die Gerichtskosten trägt die unterliegende Partei.

In den weiteren Instanzen (Landesarbeitsgericht, Bundesarbeitsgericht) werden die Prozesskosten in der Regel von der unterliegenden Partei getragen.

Die Höhe und Aufteilung der Prozesskosten orientieren sich nicht nur am Streitwert einer Kündigungsschutzklage.

Wer zahlt die Kosten der ersten Instanz (Arbeitsgericht)?

  • Gerichtskosten: Unterliegende Partei (entfallen bei Vergleich)
  • Anwaltskosten Arbeitnehmer: Arbeitnehmer
  • Anwaltskosten Arbeitgeber: Arbeitgeber

Wer zahlt die Kosten der weiteren Instanzen?

  • Gerichtskosten: Unterliegende Partei
  • Anwaltskosten Arbeitnehmer: Unterliegende Partei
  • Anwaltskosten Arbeitgeber: Unterliegende Partei

Streitwertberechnung

Der Streitwert entspricht in der Regel dem dreifachen durchschnittlichen Bruttomonatsgehalt des Arbeitnehmers. Verdient ein Arbeitnehmer etwa 3.000 € brutto im Monat, beträgt der Streitwert 9.000 €. Eine variable Vergütung oder ein Bonus wird hinzugerechnet.

Gerichtskosten

Grundsätze

  • Gerichtskosten entstehen nur, wenn es zu einem Urteil kommt.
  • Bei einem Vergleich entfallen die Gerichtskosten (§ 278 Abs. 4 ZPO).
  • Die Kosten des Gerichts orientieren sich am Streitwert.

Beschreibung der Gerichtsgebühren

  • 1,0 Gerichtskosten-Gebühr: Die 1,0 Gebühr ist die Grundgebühr für ein Gerichtsverfahren. Diese Basisgebühr wird als zwar Berechnungsgrundlage verwendet, allerdings fallen in einem regulären Gerichtsverfahren meist höhere Gebühren an.
  • 3,0 Gerichtskosten-Gebühren (Regelfall): Die 3,0 Gebühr ist die in der Praxis etablierte Gerichtsgebühr. Denn das Gericht führt meist aufwendigere Verfahrensschritte durch. Dazu gehören beispielsweise:
    • Klageannahme und Vorbereitung
    • Durchführung von Verhandlungen (z. B. Gütetermin und Kammertermin)
    • Urteilsverkündung

Gerichtskosten-Tabelle (Auszug)

Streitwert (€) 1,0 Gebühr (€) 3,0 Gebühren (€) (Regelfall)
5.000 € 161 € 483 €
10.000 € 266 € 798 €
22.000 € 382 € 1.146 €

Unabhängig von den Kosten: Eine Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung eingereicht werden. 

Anwaltskosten

Grundsätze

  • Die Anwaltskosten richten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).
  • Als Fachanwälte für Arbeitsrecht orientieren wir uns an der RVG, auch in der unverbindlichen Erstberatung.
  • In der ersten Instanz trägt jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten selbst.
  • Die Kosten des Anwalts orientieren sich am Streitwert.

Beschreibung der Anwaltsgebühren

1,3 Verfahrensgebühr

Die 1,3 Verfahrensgebühr ist eine der wichtigsten Gebühren, die ein Anwalt im Rahmen eines Kündigungsschutzverfahrens berechnet. Sie fällt für die allgemeine anwaltliche Tätigkeit an, insbesondere für die Bearbeitung des Falls, die Kommunikation mit dem Mandanten und insbesondere die Einreichung der Klage beim Arbeitsgericht.

Der Faktor 1,3 bedeutet, dass die Gebühr in Höhe des einfachen Satzes einer Geschäftsgebühr mit einem Zuschlag von 30 % berechnet wird. Diese Erhöhung trägt der Tatsache Rechnung, dass eine gerichtliche Vertretung aufwendiger ist als eine außergerichtliche Beratung.

1,2 Terminsgebühr

Die 1,2 Terminsgebühr fällt an, wenn der Anwalt für seinen Mandanten an einem gerichtlichen Termin teilnimmt. Dazu gehören insbesondere:

  • Der Gütetermin (erste Verhandlung vor dem Arbeitsgericht)
  • Der Kammertermin (Hauptverhandlung, falls es keine Einigung im Gütetermin gibt)
  • Sonstige Gerichtstermine (z. B. Beweisaufnahmen)

Auch wenn der Anwalt mehrere Gerichtstermine wahrzunehmen hat, fällt die Terminsgebühr dennoch nur einmal an.

Die Terminsgebühr fällt darüber hinaus auch dann an, wenn der Anwalt zwecks Abschlusses eines Vergleichs außerhalb der Gerichtsverhandlung mit dem Anwalt der Gegenseite verhandelt, selbst wenn es sich lediglich um eine telefonische Besprechung mit dem Gegnervertreter handelt.

1,0 Einigungsgebühr

Die 1,0 Einigungsgebühr fällt an, wenn sich die Parteien durch einen Vergleich einigen und damit das Verfahren beenden. Diese Gebühr soll den Anwalt für seine Mitwirkung an der Verhandlung und Gestaltung der Einigung entlohnen.

Ein Vergleich kann für beide Seiten von Vorteil sein, da …

  • … Gerichtskosten entfallen
  • … das Risiko eines ungünstigen Urteils vermieden wird
  • … häufig eine Abfindung ausgehandelt wird

Gebührentabelle nach Rechtsanwaltvergütungsgesetz (RVG)

Streitwert (€) 1,3 Verfahren (€) 1,2 Termin (€) 1,0 Einigung (€) Gesamtkosten (zzgl. MwSt.)
5.000 € 434 € 400 € 334 € 1.168 €
10.000 € 798 € 736 € 614 € 2.148 €

Beispielrechnung der Anwaltskosten

Ein Arbeitnehmer mit 3.333 € Monatsgehalt und 10.000 € Streitwert.

Gebührentyp Wert (€)
1,3 Verfahrensgebühr 798 €
1,2 Terminsgebühr 736 €
1,0 Einigungsgebühr 614 €
Gesamt (zzg. MwSt.) 2.148 €

Prozesskosten der Kündigungsschutzklage

Basierend auf dem Beispiel eines Arbeitnehmers mit circa. 3.300 € Bruttomonatsgehalt und einem Streitwert von 10.000 € ergeben sich Prozesskosten (erste Instanz) in Höhe von

Gericht (0 € im Falle eines Vergleichs) + Anwalt (2.148 €) = 2.946 €.

Durch einen Vergleich entfallen die Gerichtskosten für Arbeitnehmer.

Ausnahmsweise übernimmt der Arbeitgeber sogar die Anwaltskosten des Arbeitnehmers oder die Abfindung kompensiert die Anwaltskosten des Vergleichs.

Auch durch einen Antrag auf Prozesskostenhilfe (PKH) lassen sich die Kosten der Kündigungsschutzklage unter bestimmten Voraussetzungen reduzieren.

Zu guter Letzt ist eine Rechtsschutzversicherung eine weitere Möglichkeit, die Kosten des Arbeitsgerichtsverfahrens für Arbeitnehmer zu reduzieren.

Prozesskosten mit Vergleich ohne Vergleich
Gerichtskosten 0 € 798 €
Anwatskosten 2.148 € 2.148 €
Prozesskosten (Gesamtkosten) 2.148 € 2.946 €

Die auf dieser Seite enthaltenen Informationen geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und der laufenden Aktualisierungen durch unsere Fachanwälte wieder. Sie ersetzen aber keine individuelle anwaltliche Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder Sachverhalt ist anders.

Das sagen unsere Mandanten

5,0 von 5 Sternen (111 Bewertungen bei Google (öffnet in neuem Tab))

Bewertung: 5 von 5 Sternen

Ich kann Frau Lerdon wirklich von Herzen weiterempfehlen. Während des gesamten Prozesses habe ich mich jederzeit sehr gut beraten, ernst genommen und unterstützt gefühlt. Sie war immer professionell, engagiert und gleichzeitig menschlich und verständnisvoll. Die Kommunikation lief zuverlässig und unkompliziert, und ich hatte immer das Gefühl, in guten Händen zu sein.

Bewertung: 5 von 5 Sternen

Hervorragende Kanzlei! Wer einen kompetenten und durchsetzungsstarken Anwalt im Arbeitsrecht sucht, ist hier genau richtig. Herr Wieneke-Spohler hat mich sicher in meiner Angelegenheit beraten und begleitet und am Ende ein Top-Ergebnis rausgeholt. Ich habe mich jederzeit bestens aufgehoben gefühlt. 5 Sterne!

Bewertung: 5 von 5 Sternen

Herzlichen Dank an die Kanzlei Martens & Wieneke-Spohler. Ich würde vertreten durch den Rechtsanwalt Hr. Höppner. Ich war außerordentlich zufrieden mit der Rechtsvertretung. Hr. Höppner hat mich fachlich wie auch menschlich bestens beraten, sowie unterstützt. Er war jederzeit erreichbar und hat komplexe Sachverhalte für mich verständlich erklärt.

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Unsere Fachanwälte stehen Ihnen mit langjähriger Erfahrung im Arbeitsrecht gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns!

Portrait von Christian Wieneke-Spohler, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Christian Wieneke-Spohler
Portrait von Kai Höppner, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Kai Höppner
Portraitfoto der Hamburger Fachanwältin für Arbeitsrecht Merle Lerdon
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Auszeichnung der WirtschaftsWoche für die Hamburger Kanzlei Martens & Wieneke-Spohler als Top-Kanzlei für Arbeitsrecht in Hamburg.

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